In Indien selber hielt am Mittwoch der indische Regierugnschef Manmohan Singh in Delhi eine Rede unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen. Singh betonte in seiner Rede, Indien dürfe nicht aus Wohlstandsinseln bestehen die von Armut umgeben seien. Das Problem der Unterernährung sei in seinem Lande eine "nationale Schande". Er versprach der Nation, seine Regierung werde eine neue Initiative im Kampf gegen die Armut aufnehmen.
60 Jahre sind also vergangen seit Staatsgründer Jawaharlal Nehru in der Nacht zum 15. August 1947 in Neu Delhi die Unabhängigkeit von Großbritannien verkündete. "Vor vielen Jahren haben wir eine Verabredung mit dem Schicksal getroffen, und nun ist es Zeit, unser Versprechen einzulösen", sagte Nehru damals. "Um Mitternacht, wenn die Welt schläft, wird Indien zum Leben und zur Freiheit erwachen."Indiens erster Premier Nehru
Zwar hatte der Freiheitskampf Erfolg, der Traum Mahatma Gandhis von einem Staat, der alle Religionen, Volksgruppen und Schichten vereint, wurde aber mit der Teilung des Subkontinents in Pakistan und Indien nicht erfüllt.
Heute ist Indien die grösste Demokratie der Welt und eine Boom-Nation mit nahezu 10% Wachstum, aber mit Problemen, wie Sonia Gandhi deutlich macht, die Vorsitzende der Regierungskoalition aus dem Nehru-Gandhi-Familienclan. "Es gibt viele Indien: ein Indien mit berstendem Wachstum, und ein Indien mit weit verbreiteter Not. Es gibt ein Indien mit neuen Sehnsüchten und Selbstbewusstsein. Aber es gibt auch ein Indien, belastet durch eine Geschichte von Ungleichheit und durch ungleiche Möglichkeiten. Das ist die Realität Indiens."
Doch der Aufstieg Indiens zeigt sich längst nicht mehr nur im Wirtschaftsboom, sondern auch politisch. Indien verbesserte die Beziehungen zu China und den USA, erreichte ein wichtiges Nuklearabkommen mit Washington. Es kämpft um einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat, ist Stimme der Entwicklungsländer in den Welthandelsgesprächen. Das Land mit der zweitgrößten Bevölkerung der Welt tritt immer selbstbewusster auf. Das ist eine Stärke Indiens, trotz aller Mängel und Widrigkeiten, glaubt der indische Erfinder und Unternehmer Sam Pitroda: "Das Schöne an Indien ist, dass es Debatten gibt, Redefreiheit, Demokratie!"
Wünschen wir Indien also nur das Beste zum 60. Geburtstag!!