Sonntag, 2. Dezember 2007

Kulturschock innerhalb Indien??

In den letzten drei Tagen habe ich ja so einiges erlebt! :-)
Ich fange doch am Besten beim Donnerstag an: Fruehmorgens bin ich zusammen mit Pushpaleela ins Stadtzentrum gefahren und von dort sind wir mit dem Bus nach Parassala. Das Buessli war bereits gepackt und schon bald konnte die Fahrt ans Cape Commerin losgehen. Lily, Sam, ihre Freunde, ein Ehepaar aus England (Adel & Michael), Gaudam der `Junge fuer alles` und Stephan, der Fahrer waren mit von der Tour. Bereits am Mittag erreichten wir Kanyakumari (das Dorf an der Suedspitze) und bezogen unser Hotel. Das ganze Hotel war durch AC gekuehlt, wir alle hatten Zimmer mit Blick auf die beiden Inseln mit dem Tempel und der Statue, somit freie Sicht aufs Meer hinaus!
Am Nachmittag bin ich mit Adel, Michael und Gaudam mit der Faehre (und sehr vielen anderen Touristen, hauptsaechlich reichen Indern aus dem Norden) auf die beiden Inseln gefahren. Es war eine Sauhitze und da man immer die Schuhe ausziehen musste, rannte man von Schattenplatz zu Schattenplatz...
Am Abend spatzierten wir alle gemeinsam der Kueste entlang, besuchten den Annyakumaritempel und das Gandhigedenkmal (Gandhis letzter Wunsch war, das seine Asche an der Suedspitze ins Meer gestreut wurde) und warteten gespannt auf den Sonnenuntergang. Leider war der Horizont leicht verhangen, und so konnten wir leider keinen Sonnenuntergang ueber dem Meer geniessen. Jedoch sahen wir ja von unserem Hotel direkt aufs Meer, so dass wir auf einen schoenen Sonnenaufgang hoffen konnten.
Aber auch in dieser Hinsicht wurden wir leider endtaeuscht... Der Himmel war morgens um 6Uhr bewoelkt... :-(
Nach drei Wochen konnte ich zum ersten Mal wieder duschen, wie wir und das in Europa gewohnt sind: mit warmem Wasser und einer Dusche. :) Ich habe das glaub noch nie so genossen!!
Zum Fruehstueck goennte ich mir die Amerikanische Variante, dh. ich ass Porridge, Ei und Toast und Gonfi. Bereits nach drei Wochen kann ich zum Teil die verschiedenen Indischen Fruehstuecks nicht mehr `geniessen`. ;)

Anfangs Nachmittag waren wir bereits wieder in Parassala, wo Lily ein koestliches Mittagessen zubereitete. Dort teilte sie mir dann auch mit, dass Jeykumars (der Cocordinator von PWDS, welcher mit mir nach Madurai fahren wird) Meeting abgesagt wurde und ich somit alleine mit dem Zug nach Madurai fahren werde. Jaja, wir sind ja flexibel. Obwohl, ein leicht mulmiges Gefuehl hatte ich bei dem Gedanken schon, das muss ich zugeben!!

Um fuenf nach fuenf kam dann auch der Zug. Er war puenktlich!! Kaum zu glauben!! Ich war sehr froh, hatte ich AC gebucht, denn die Hitze machte mir zu schaffen. Im Zug lernte ich einen Inder mit Frau kennen, welche in Abudabi leben, und dreimal jaehrlich nach Madurai pendeln weil sie dort irgendwelche Feste feiern. Diesesmal ist es eine Hochzeit. Er hat mich auch zu sich nach Hause eingeladen, mal sehen, was sich machen laesst.

Mit einer Stunde Verspaetung erreichte mein Zug um 11.30 Madurai. Dort wurde ich abgeholt und ins Spital gebracht. Khunsal (sprich Gunsal) begruesste mich und gab mir Tee zu trinken ;) Danach brachte sie mich in die Studentenunterkunft, wo ich voraussichtlich die naechsten 6Wochen wohne: Zwei Zimmer, durch eine Tuere verbunden, mit Steinboden. Geschlafen wird auf zwei Leintuechern auf dem Boden, so dass die `Better` am Morgen aus Platzgruenden wieder weggeraeumt werden koennen. Es schlafen 5-10 Krankenschwestern in diesen beiden Raeumen, jenachdem. Tja, dass ich keine Privatsphaere haben werde, war mir schon klar. Und dass es nicht unbedingt eine Dusche haben wird, auch mit dem habe ich gerechnet. Aber nicht bloss ein WC und ein Raum mit Loch am Boden zum duschen, vielleicht ein Bruenneli zum Zaehneputzen waere ja doch drinngelegen... Tja, ich werds ueberleben!!

Gestern wurde ich durch das ganze Spital gefuehrt, jeder Bereich wurde mir genaustens erklaert (auch wenn ich meistens trotzdem nicht ganz alles verstand, da ich erstens keine Aertztin bin und zweitens die Schwester die mich gefuehrt hat schelcht Englisch sprach). Dann konnte ich mir aussuchen wo ich am liebsten arbeiten wuerde (wobei die Moeglichkeit ja eigentlich relativ beschraenkt ist...!) und ich entschied mich fuer die ChildHotline. Was das genau ist, werde ich euch spaeter noch genauer erklaeren.

Heute Sonntag ist nicht viel los im Spital, und ich bin mit Khunsal einkaufen gegangen. Mal schauen, was die naechste Woche bringt... Aja, mit Kulturschock innerhalb Indien (Titel) habe ich den Wechsel meiner Unterkunft vom beinahe Luxushotel zu meiner jetzigen Bleibe gemeint.

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